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Viele Jahrhunderte lang waren in den Städten dieser Welt die Gotteshäuser die alles überragenden Gebäude. Kirchenbau war Gottesdienst und weit überragten die Dome und Kathedralen seit dem Mittelalter die Fachwerkhäuser in den dichtgedrängten Innenstädten. Erst im letzten Jahrhundert begannen profane Bauten über die Kirchtürme hinauszuwachsen, die Geschichte der Wolkenkratzer begann.

Aber nicht in vielen Städten Europas. Schon aus gotischer und barocker Zeit stammende Türme und Kuppeln geben den europäischen Großstädten die Skyline - und oft waren modernere, hohe Gebäude, die dieses Bild der Stadt entscheidend verändert hätten, nicht gewünscht.

Die führenden Wolkenkratzer-Städte Europas sind deswegen Frankfurt und Moskau. In Moskau baute man hoch und groß von Staats wegen - "Stalins Kathedralen" - und auch in ganz besonderem Stil (rechts).

In Frankfurt war es die Wirtschaft, die hoch hinaus wollte. 

Innen- und Altstadt Frankfurts waren durch die Bombardements des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Im März 1945 kamen die amerikanischen Truppen in die Stadt.

1947 wird Frankfurt Sitz des vereinigten Wirtschaftsgebiets der amerikanischen, britischen und französischen Zone.  Ein Jahr später wird von hier aus durch die Bank deutscher Länder die Währungsreform durchgeführt. 1949 wird Frankfurt beinahe Hauptstadt der jungen Bundesrepublik - nur wenige Stimmen fehlten.

Mit der Börse und der Ansiedlung vieler Geldinstitute aus dem In- und Ausland wird Frankfurt in der Folgezeit zu einem führenden Finanzplatz in Europa.

Ein halbes Jahrtausend war in Frankfurt nichts höher als der Dom. Das erste Gebäude, dass das Gotteshaus überragte war aber kein Bankenturm, sondern ein Getreidesilo: 1961 errichtete die Frankfurter Brauerei den 120 Meter hohen Henninger Turm.  

Der Bau erster Bürohochhäuser folgte in den 50er Jahren. Viele dieser ersten "kleinen" Wolkenkratzer sind auch schon wieder verschwunden. 1954 das Fernmeldehochhaus (abgerissen 2004) mit immerhin 69 Metern, das als Vorläufer des Fernsehturms auf seinem Dach große Sendeanlagen trug.

Das Zürichhaus (rechts) am Opernplatz entstand 1962 neben der Ruine der Alten Oper als Heim für die Zürichversicherung und brachte es auf 68 Meter und den damals schwindelerrregenden Preis von 20 Millionen Mark.

1989 kam das Zürichhaus unter Denkmalschutz, der ein paar Jahre später wieder aufgehoben wurde: Schlechtes Baumaterial und ungünstige Raumausnutzung erlaubten keine Sanierung und so wurde nach vierzig Jahren 2002 Frankfurts erster Wolkenkratzer wieder abgerissen.

Mit dem Zürichhaus begann die für Frankfurt zukunftsweisende Bauepoche. Als 1962 das Westend zum City-Erweiterungsgebiet erklärt wurde, in dem Banken, Handel und Versicherungen ihren Sitz finden sollten, war das der Beginn des Booms für Investoren und Spekulanten.


Erstes Gebäude über 100 Meter war das Shell-Hochhaus (links) im Nordend, 1966 eröffnet und 1993 umfassend renoviert, jetzt bekannt als Büro Center Nibelungenplatz.

In den 70ern ging es auch ordentlich in die Höhe. Sieben Gebäude über 100 Meter entstanden, als höchste das 1976 eröffnete Plaza Büro Center/ Marriott Hotel, das zwei Jahre lang mit 159 Metern Deutschlands höchstes Gebäude war, bis es 1979  vom Dresdner-Bank-Hochhaus um 7 Meter übertroffen wurde. Das auch "Silberling" genannte Gebäude (rechts)  behielt diesen Titel, bis 1990 vom Messeturm und seinen 257 Metern nochmals überboten wurde.

Während dieser Jahre nahm die Frankfurter Skyline, wie wir sie heute kennen,  nach und nach Gestalt an. Als ein neues Symbol der Wirtschaftskraft der Mainmetropole prägt seit 1988 der 256 Meter hohe Messeturm das Stadtbild Frankfurts.


Mitte der 90er wächst die Skyline Frankfurts weiter. 1997 wird der Commerzbank-Tower, mit 258 Meter  Europas höchstes Bürohochhaus, fertiggestellt. Der Turm übernimmt damit bis heute ungeschlagen die Frankfurter Spitze. Weitere "Skycrapers" (Maintower, Main Plaza, Gallileo) folgen.

1998 wird der Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) damit bleibt Frankfurt wohl auch auf lange Sicht einer wenn nicht der wichtigste Finanzplatz in Europa.

Für die Zukunft ist es auch die Europäische Zentralbank, die am höchsten hinaus will - auf fast 180 Meter soll es der spektakuläre neue Turm (links, Modell) bis 2011 in den Himmel über dem alten Großmarktgelände bringen.

Bei der Bauaufsicht beraten wird auch schon das nächste Großprojekt: Fast 170 Meter hoch soll am Opernplatz ein Bürohaus für die Schweizer Bank UBS emporsteigen, als Nachfolger des abgerissenen Zürichhauses.

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